Ausbildung über Grenzen hinweg fördert Integration
12-11-2015Cross-border Barriers
Es wäre wünschenswert mit weniger Wettbewerb und mehr Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg. Und es fehle an grenzüberschreitenden Rahmenvereinbarungen in Sachen Berufspraktika, meint frühere deutsche Studentin in Dänemark. Es gebe noch weiterhin eine Reihe von Barrieren zwischen den EU-Ländern, aber auch zwischen der EU und Drittländern.

"Wenn es sich mit der Entwicklung von Ausbildungskooperationen über Grenzen hinweg noch immer heraus zögern sollte, so könnten Vereinbarungen über Berufspraktika zwischen einer Hochschule mit international ausgerichteten Studiengängen in einem Land mit Organisationen, Unternehmen und Arbeitsvermittlungen in einem anderen Land schon einen Fortschritt darstellen," meint Julia Degenhardt, ehemals deutsche Studentin in Dänemark.

"Wenn man ein Auslandssemester oder ein ganzes Auslandsstudium absolviert, und danach entweder wieder nach Hause fährt, oder man sich zu einem anderen Ort der Welt begibt, riskiert man, dass man dabei oft den sozialen und kulturellen Kontakt zu dem Land verliert, in dem man studiert hat. Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist, dass man zugleich ein Praktikum macht oder jobbt - um sich dadurch zugleich ein dauerhaft soziales und berufsrelevantes Netzwerk schafft. Ein solches Netzwerk kann später vielleicht dazu beitragen, Türen zu einem festen Job mit Herausforderungen  und Entwicklungsmöglichkeiten zu öffnen. Auf diese Weise glaube ich, dass man eher eine europäische grenzüberschreitende Mobilität auf dem Arbeitsmarkt schaffen könnte ", so Julia Degenhardt.

" Hierbei könnten Ausbildungsstätten, Unternehmen und Organisationen beispielsweise in der STRING-Region mit Anstrengungen auf diesem Gebiet vorangehen", sagt Julia Degenhardt.

 

Startkarriere in Dänemark

Heute arbeitet die junge Frau als Juniorberaterin in der Abteilung fürGlobal Proces Improvementder Danske Bank in Høje Tåstrup bei Kopenhagen.    

Julia Degenhardt, 26, mit AbschlussElite Master of Science in International Law, Economics and Managementan der Universität Kopenhagenund derCopenhagen Business School/CBS, har einen abwechslungsreichen Studiengang hinter sich.

Und das war ganz bewusst. Schon während ihrer Zeit am Gymnasium in der kleinen Stadt Stade bei Hamburg, zog es sie auf eine High School in den USA.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Bachelor in European Studies an der Süddänischen Universität/SDU, Campus Sønderborg in Dänemark, ein Semester an der Wirtschaftsuniversität in Wien - beides übrigens Bestandteil des Bachelor- und Masterprogrammes der Studienrichtung. Und Praktika bei regionalen Wirtschaftsförderern und Handelskammern in Deutschland, beim Insulin-Riesen Novo Nordisk in Dänemark und alspro bonoStudentenberater bei der 18 Degrees Consulting an der CBS in Kopenhagen. 

 

Julia Marie Degenhardt

Julia Degenhardt

 

Das Studienprofil - und der Zufall

Nur das Karriereziel hatte Julia Degenhardt anfangs noch nicht scharf vor Augen:

 

"Aber wer hat das schon, wenn man 18 Jahre jung ist und Abiturient - und die Welt ruft?" fragt sie.

Irgendwo aber stand es fest, dass die Ausbildung irgendwie den Zugang  zu Jobs mit internationaler Ausrichtung und mit einem internationalen Mitarbeitermilieu in deutschen Unternehmen oder Organisationen ermöglichen sollte.  Oder auch ausserhalb Deutschlands in einem EU-Land.

Sie hatte somit europäische Studiengänge in den benachbarten Niederlanden im Blick. Aber der Studiengang European Studies am der SDU, Campus Sønderborg in Dänemark, passte am besten in das Zukunftsbild von Julia Degenhardt - und zu ihrem eigenen Profil.

Somit fiel die Wahl auf Dänemark:

" Das Studium verlief in englischer Sprache. Somit gab es keine Verständigungsprobleme. Gleichzeitig traf man auf Kommilitonen aus anderen Ländern, und das entwickelte sich zu guten Netzwerken und ermöglichte ein breiteres Verständnis kultureller Gleichheiten und Unterschiede, meint sie.

" Es ist einfacher geworden im EU-Ausland zu studieren", fügt Julia Degenhardt  hinzu.

" Es gibt das ERASMUS-Programm, es gibt Auslandsstipendien, es gibt englischsprachige Studiengänge. Und zu einem gewissen, allerdings noch nicht zureichendem Grad, gibt es eine gegenseitige Anerkennung von Noten, Zeugnissen und Abschlüssen in der EU. Aber es gibt eben auch Regeln für die Bewilligung von Stipendien, die es beispielsweise schwierig machen, das Hauptstudium im Ausland zu absolvieren und nur ein Gastsemester im Heimatland zu belegen," sagt sie.   

 

Weniger Wettbewerb, mehr Zusammenarbeit

Aber es gäbe eben noch nicht viele koordinierte Studiengänge über die europäischen Grenzen hinweg - einmal von einigen Grenzregionsstudiengängen abgesehen.

"In Sønderborg gab es allerdings eine Zusammenarbeit über die deutsch-dänischen Grenze hinweg. Aber diese war begrenzt darauf, dass Lehrkräfte von der Hochschule in Flensburg auf Kursen an der SDU in Sønderborg unterrichteten."

"Aus meiner Sicht müsste es weniger Wettbewerb und mehr Kooperation geben. Und das was ich am meisten vermisst habe, waren Rahmenvereinbarungen für Praktika über die Grenzen hinweg", meint Julia Degenhardt.

"Aber meines Wissens gibt es keine festen Vereinbarungen zwischen Hochschulen mit internationalen Studiengängen und Organisationen oder Unternehmen über verfügbare Stellen für Berufspraktika - oder feste Verläufe für Praktika. Auf dem Gebiet gäbe es noch einiges zu tun", sagt  Julia Degenhardt.