Schleswig-Holstein und Region Sjælland vereinbaren engere Zusammenarbeit
03-12-2015Cross-border Barriers
Ministerpräsident Torsten Albig und der Regionsratsvorsitzende der dänischen Region Sjælland, Jens Stenbæk, haben am 1. Dezember in Kiel einen gemeinsamen "Handlungsplan für die regionale Zusammenarbeit 2016/2017" unterzeichnet. Weiterhin starker Fokus auf STRING-Kooperation.

Das Land Schleswig-Holstein und die Region Sjælland in Dänemark haben sich am 1. Dezember darauf verständigt, ihre bilaterale Zusammenarbeit auf der Grundlage eines gemeinsamen Handlungsplans schrittweise auszubauen.

Beide Partner teilten die Einschätzung, dass die Errichtung der festen Fehmarnbeltquerungeine starke Entwicklungsperspektive eröffnet - sowohl für die Fehmarnbelt selbst,  als auch für die angrenzenden Gebiete.

Gemeinsam würden sie in der politischen Kooperation STRING die weitere Entwicklung des gesamten Korridors als strategischen Rahmen der Zusammenarbeit weiter verfolgen, so die Politiker.

Konkrete Schritte

In einem ersten Schritt wollen die Landesregierung und die Region Sjælland wichtige Akteure aus Bioökonomie, e-Health und Telemedizin zusammenbringen. Dabei sollen Potenziale und Möglichkeiten für praktische Kooperationsprojekte in diesen beispielhaft ausgesuchten Feldern erschlossen werden.

Mit Blick auf die künftige feste Querung wollen beide Partner darüber hinaus Initiativen unterstützen, die die auf der gesamten Fehmarnbelt-Achse bestehenden regionalen wirtschaftlichen Stärkebereiche zu einer Innovationsstrategie weiterentwickeln können.

Ministerpräsident: Starke deutsch-dänische Entwicklung

"Die Region Seeland ist unsere Nachbarin auf der anderen Seite des Fehmarnbelts, wo wir gerade eine starke, vielfältige Entwicklung der deutsch-dänischen Beziehungen erleben. In den kommenden Jahrzehnten werden wir immer weiter zusammenwachsen. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass wir ab heute enger zusammenarbeiten und die gemeinsamen Entwicklungsperspektiven auch gemeinsam ausschöpfen", sagte Ministerpräsident Torsten Albig anlässlich der gemeinsamen Unterzeichnung.

Nachdem Schleswig-Holstein schon seit vielen Jahren erfolgreich mit der Region Syddanmark kooperiere, sei somit den bilateralen Beziehungen zu Dänemark ein gewichtiger neuer Baustein hinzugefügt worden, so Albig.

Stenbæk: Innovationspotenzial

"In der kommenden Zusammenarbeit mit unseren deutschen Nachbarn werden wir Innovationspotenziale in unserer gemeinsamen Geografie aufdecken" , sagte der Regionsratsvorsitzende Jens Stenbæk.

Ein gutes Beispiel sei die Bioökonomie und der Übergang zu einer biobasierten, nachhaltigen Gesellschaft. Hier wollen wir auf deutscher und dänischer Seite innovative Produkte und Produktionsprozesse entwickeln, die zu Wachstum und Arbeitsplätzen in unseren Unternehmen beitragen können, so Stenbæk. 

Die Region Sjælland hat sich zum erklärten Ziel gesetzt, mindestens 100 Unternehmen in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Region Sjælland und Schleswig-Holstein mit einzubeziehen.

Bilateraler Handlungsplan ergänzt STRING

Justiz-, Kultur- und Europaministerin Anke Spoorendonk wies darauf hin, dass die beiden Partner seit mehr als zehn Jahren in dem multilateralen Kooperationsforum STRING politisch zusammenarbeiten.

Diese Kooperation solle nun durch den Handlungsplan ergänzt werden. Dieser sehe auch praktische Projekte und Vorhaben zwischen beiden Regionen vor:

"Ich möchte zwei Vorhaben herausheben, die mir besonders am Herzen liegen. Da ist zum einen die Grenzpendlerberatung in der Fehmarnbelt-Region, die zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Dabei können wir auf die Erfahrung und Kompetenz des "Infocenter Grænse/Grenze" zurückgreifen. Und da ist  zum anderen das frisch genehmigte INTERREG-Projekt "KulturKit". Es wird grenzüberschreitend durch Kultur zum Zusammenwachsen in der Fehmarnbelt-Region beitragen",  sagte Anke Spoorendonk in Kiel.

 

Lesen Sie bitte den Handlungsplan hier