2,5 Stunden im Zug Hamburg-Kopenhagen rücken näher
07-12-2016
Der Deutsche Bundestag har am 2. Dezember 2016 die drei Ausbaugesetze für Strassen-, Schienen- und Wasserwege zum Bundesverkehrswegeplan 2030 gebilligt. Damit ist es jetzt amtlich: Die Schienenanbindung zur kommenden Fehmarnbelt-Querung hat vorrangigen Status. Ob es Tempo 200 km/h auf der gesamten Strecke oder nur für die Neubautrasse gelten wird, soll noch untersucht werden.

Reisezeiten von um die 2,5 Stunden im Zug von Hamburg nach Kopenhagen sind nach Fertigstellung der Festen Fehmarnbelt-Querung (FBQ) Ende 2028 in greifbare Nähe gerückt. Nachdem der Deutsche Bundestag am 2. Dezember durch die Billigung der Ausbaugesetze den Bundesverkehrswegeplan umgesetzt hat, steht fest: Die Schienenanbindung zur FBQ hat den Status Vorrangiger Bedarf und ist damit finanziell sicher aufgestellt.

Zusätzliche 108 Mill. €, die seitens des Haushaltausschusses des Bundestages u.a. für Untersuchungen in Sachen Tempo 200 km/h - anstelle der ursprünglich geplanten 160 km/h - auf der Bahnstrecke bewilligt worden sind, sollen Klarheit schaffen. Zugleich würden die Anliegergemeinden entlastet werden, denn bei Tempo 200 brauchen diese sich nicht an Bahnquerungen beteiligen und auch für Lärmschutzmassnahmen wäre gesorgt.

" Wir haben die Meldungen zum Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages - und auch die Billigung der Aubaugesetze zum BVWP durch den Bundestag - erfreut zur Kenntnis genommen. Der Ausbau der Schienenanbindung der FBQ von bisher geplanten 160 km/h auf eine Entwurfsgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h auf den Neubauabschnitten der geplanten Trasse war bei der Deutschen Bahn in den letzten Wochen und Monaten intensiv in der Diskussion und wurde einer ersten Machbarkeitsprüfung unterzogen", so die Sprecherin DB Grossprojekte, Maja Weihgold. 

Tempo 200 überall? 

Fest steht allerding noch nicht, ob es Tempo 200 auf der Gesamtstrecke geben wird:

"Die bisherigen Untersuchungen haben die Neubauabschnitte und einigen Abschnitte im Bestand betrachtet", sagte Maja Weihgold.

"Nach der Beschlussfassung im Bundestag und im Haushaltsauschuss gilt es nun, dass unser Auftraggeber, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, gemeinsam mit uns die Parameter und Details, die sich aus dem Beschluss ergeben, bespricht. Es kommt darauf an, ob der Auftrag des Ministeriums lautet: Untersucht 200 km/ auf der Gesamtstrecke oder ob es heisst: Untersucht das Ermöglichen einer Reisezeit von etwa 2,5 Stunden zwischen Hamburg und Kopenhagen", so die DB-Sprecherin.

Verzögerungen durch Güterzüge

Zudem stellt sich die Frage, inwiefern der Wunsch nach kurzen Reisezeiten mit den Kapazitäten für langsamere Güterzüge, die nur 120 km/fahren dürfen, harmoniert.

 "Selbstverständlich sind schon heute Überholgleise eingeplant. Ob und wie diese angepasst werden müssen, werden dann weitere Planungen zeigen" , so Weihgold.

Im jetzt gebilligten Bundesverkehrswegeplan sind auf deutscher Seite Überholgleise von 850 m länge eingeplant. Daneben sind im selben Plan Überholgleise für lange Güterzüge von 750 m und mehr bei Bedarf und Erfüllung gesetzlicher Kriterien in den Vorrangigen Bedarf aufgenommen werden.

Auch in Dänemark sind entsprechende Überholgleise eingeplant.

 

FAKTEN zum BVWP:

In den nächsten 15 Jahren können über 1000 Verkehrsprojekte in ganz Deutschland umgesetzt oder begonnen werden. Gesamtvolumen: Mehr als 270 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent der Mittel fließen in Erhalt und Modernisierung der Netze. Die Hälfte der Mittel entfällt auf Schienenprojekte (41,6 % bzw. 112,3 Milliarden Euro) und Wasserstraße (9,1 % bzw. 24,5 Milliarden Euro). Auf Straßenprojekte entfallen mit 132,8 Milliarden Euro 49,3 % der Mittel.  (Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)

Den BVWP finden Sie hier:

Zusammenfassung

Vollständige Version

 

Im Zusammenhang mit der Billigung der Ausbaugesetze durch den Bundestag gab es geringfügige Änderungen im BVWP, die in der Information des Bundestages ausgewiesen sind.