Bundestag beschliesst Bahn-Tempo 200 zum Belttunnel
27-10-2016Infrastructure
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat grünes Licht für den Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse zum geplanten Fehrmarnbelttunnel gegeben.

Nachdem Dänemark schon an der Hochgeschwindigkeitstrasse baut, kann die Deutsche Bahn nun nachziehen. Denn durch den Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags wird die Bahnstrecke von Bad Schwartau zum kommenden Belttunnel in Puttgarden zur Hochgeschwindigkeitstrasse. Die Mehrkosten von etwa 109 Millionen € trägt der Bund.

Ursprünglich sollte, wie im Staatsvertrag zwischen Dänemark und Deutschland festgeschrieben, die Höchstgeschwindigkeit nur 160 km/h betragen, nun aber soll die Strecke zum Tunnel für Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ausgebaut werden. Für den Güterverkehr gilt allerdings noch immer Tempo 120.

Dadurch verkürzt sich die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von über 4 auf ca. 2,5 Stunden.

Der Fehmarnbelttunnel legt die Grundlage für die Entwicklung der Fehmarnbeltregion und bindet Skandinavien und Mitteleuropa enger zusammen. Nicht nur Hamburg, die dänische Hauptstadtregion, sowie Südschweden, sondern auch ganz Holstein werden vom Tunnel unter dem Fehmarnbelt profitieren.

Vom Beschluss des Haushaltsauschusses des Deutschen Bundestages profitieren zudem die Kommunen, die nicht am 55 Kilometer langen Neubauabschnitt der insgesamt etwa 88 km langen Strecke liegen. Bei einer Hochgeschwindigkeitsstrecke werde es keine Bahnübergänge für den Straßenverkehr geben. Die Streckenführung werde kreuzungsfrei über Tunnel beziehungsweise Brücken geführt.

Für die betroffenen Kommunen entfalle damit die Übernahme von einem Drittel der Kosten für derartige Bauwerke, so Bettina Hagedorn, SPD-MdB und Mitglied des Haushaltsausschusses und eigentlich Tunnelgegner.

"Die zusätzlichen Kosten von über 100 Millionen Euro werden über den Bund getragen", sagte die ostholsteiner Bundestagsabgeordnete.

Die Belastung der Kommunen "haben wir erfolgreich abgewendet", freute sie sich.

Unter anderem Bad Schwartau und Göhl hatten Behinderungen durch häufige Schranken-Schließungen befürchtet. Der Bundestag wird sich im November mit dem Ausbaugesetz befassen.

dpa, Lübecker Nachrichten, beltoffen.de, Pressemitteilung Hagedorn.