In Norddeutschland überwiegend positive und neutrale Stimmung zur Festen Fehmarn-Querung
12-12-2016Cross-border Barriers
Die Bürger in Schleswig-Holstein und Hamburg sehen das Projekt Feste Fehmarnbelt-Querung mit 43 % neutral bis 34 % positiv. Nur 14 % der Bürger sind gegen das Projekt. Das geht aus einer jüngsten von der STRING-Kooperation in Auftrag gegebenen Umfrage hervor, die noch vor den jüngsten Meldungen über eine weitere Verzögerung im Planfeststellungsverfahren zur FFQ durchgeführt wurde.

Die Norddeutschen in Hamburg und Schleswig-Holstein zeigen sich gegenüber dem Jahrhundertprojekt Feste Fehmarnbelt-Querung überwiegend neutral bis positiv (43 % bzw. 34 %). Nur 14 % stehen dem Projekt negativ entgegen.

Die Querung soll bis etwa 2028 zwischen Rødby und Puttgarden realisiert werden.

Nicht überraschend ist das Ergebnis seitens der dänischen Nachbarn: In der Region Sjælland zusammen mit der Hauptstadtregion sind über 54 % der Befragten positiv und 11 % negativ, während sich 27 % neutral äusserten. 

In der südschwedischen Region Skåne sind 48 % der Bürger positiv, nur 2 % negativ, während sich 30 % neutral ausdrückten.

Interessant ist hierbei, dass der Anteil der Skeptiker der Querung gegenüber in Norddeutschland und Dänemark mit bescheidenen 14 % bzw 11 % fast gleich ausfällt.

 

 

Frage: Dänemark und Deutschland haben einen Staatsvertrag zur Etablierung einer Festen Fehmarnbelt-Querung unterzeichnet. Wie ist Ihre generelle Einstellung zu diesem Projekt?

 

                                         Sjælland                  Skåne                           Norddeutschland

Positiv

54

48

34

Negativ

11

2

14

Neutral

27

30

43

Weiss nicht

9

20

9

 

 

 

STRING: "Besser als gedacht - aber noch weiterer Informationsbedarf"

Der STRING-Vorsitzende Steen Bach Nielsen stellt fest , dass der Widerstand gegen das Tunnelprojekt in Norddeutschland nicht so gross ist, wie er sich oft in den lokalen Medien darstellt:

"Auf dem Hintergrund der massiven Kampagnen gegen das Projekt, die die Umweltorganisationen und die Reederei Scandlines initiiert und finanziert haben, ist das Umfrageergebnis ja auffallend. Nur 14 % äussern sich negativ. Den Presseberichten zufolge sollte man ja glauben, dass es weitaus mehr Gegner gäbe", so der STRING-Vorsitzende.

" Dies ist am deutlichsten in Norddeutschland, wo ganze 43 % der Wähler dem Projekt neutral gegenüber stehen. Das bedeutet, dass wir den Bürgern erklären müssen, dass das Fehmarn-Projekt grosse Vorteile für jeden einzelnen Bürger in der STRING-Region mit sich bringt. Wir werden mit dieser Querung eine grössere wirtschaftliche Aktivität, mehr Arbeitsplätze und eine bessere Umwelt bekommen. Daher müssen wir alle, die miteinander Verantwortung für dieses Projekt tragen, zu den Bürgern gehen und ihnen das stärker vermitteln", so Steen Bach Nielsen.

Die Zahlen gehen aus einer jüngsten Umfrage hervor, die das netzbasierte Forschungsinstitut YouGov für die STRING-Kooperation in Skåne, auf Sjælland und in den zwei deutschen Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein durchgeführt hat. Das Umfragegebiet deckt die Geographie ab, welche der STRING-Kooperation entspricht.

Bei dieser Umfrage wurden sogenannte CAWI-Interviews mit Personen über 18 Jahren durchgeführt, davon 806 mit Wohnsitz in Norddeutschland, 505 mit Wohnsitz in Skåne und 505 mit Wohnsitz auf Sjælland. Die Umfrage fand im Zeitraum zwischen dem 3. und 11. November 2016 statt.

 

Neutrale Meinung markant

Unter den Wählern auf Sjælland gibt es eine Mehrheit für die Feste Querung, die sich - mit Ausnahme der Partei "Alternative"- quer durch die dänische Parteienlandschaft zieht.

In Skåne ist die Grüne Partei (Miljöpartiet) mit 71 % am positivsten der Querung gegenüber eingestellt.

In Deutschland sind die Bürger in Schleswig-Holstein mit 36 % am positivsten, während die Hamburger mit 32 % die Querung begrüssen. Politisch sind es die CDU-Wähler, die mit 49 % der Festen Querung am positivsten gesonnen sind, während Anhänger der Grünen/Bündnis90 sich mit 33 % positiv bzw. mit 16 % negativ äusserten.

 

Grosser Belt und Öresund: Überwiegend positiv

YouGov hat daneben die Bürger auf Sjælland und in Skåne zu ihrer Haltung zur Grosser Belt- bzw. der Öresund-Querung befragt. Diese wurden schon im Jahre 1998 bzw. 2000 eröffnet.

83 % der Bürger auf Sjælland stehen heute der Grosser Belt-Querung positiv gegenüber - während sich 4 % negativ erklären.

77 % der Bürger auf Sjælland sehen heute die Öresund-Querung positiv, 2 % sind negativ. Und in Skåne äussern sich hierzu 78 % positiv und 5 % negativ.

"Man muss dazu sagen, dass der damalige Widerstand sowohl gegen die Grosser Belt- als auch gegen die Öresund-Querung sowohl in Dänemark als in Schweden markant grösser war, als heute der Widerstand in Norddeutschland gegen die Feste Fehmarnbelt-Querung", so Steen Bach Nielsen.

 

Frage: Die Querung über den Grossen Belt wurde 1998 eröffnet. Wie ist Ihre generelle Einstellung zur Grosser Belt-Querung?

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Frage: Die Brücke über den Öresund wurde im Jahre 2000 eröffnet. Wie ist Ihre generelle Einstellung zur Öresunds-Querung? 

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Hinweis: YouGov führte die Umfrage im Auftrag von STRING durch. Es wurden 1816 Personen über 18 Jahre nach dem sogenannten CAWI-Modell befragt, davon 806 in Hamburg und Schleswig-Holstein, 505 in Skåne und 505 auf Sjælland. Die Umfrage fand über das Online-Panel von YouGov zwischen dem 3. November und dem 11. November 2016 stattund damitvorder neuerlichen Meldung vom 12. Dezember über eine weitere Verzögerung im Planfeststellungverfahren zur FFQ.