Lasst uns lieber über nachhaltige Entwicklung reden
01-06-2018Green Growth
Professor Frederik NG Andersson, Universität Lund, und Mitglied der STRING-Expertengruppe, liebt den Ausdruck ”Grünes Wachstum” nicht. Das aber war eigentlich das Thema der STRING-Veranstaltung ”Grünes Wachstum - Initiativen und Projekte zur Gestaltung von nachhaltigem Wachstum in der STRING-Region” auf den diesjährigen Fehmarnbelt Days in Malmö.

"Ich glaube nicht daran, dass man eine grünere Gesellschaft durch Wachstum schaffen kann." So klar war die Prämisse von Professor Frederik NG Andersson, als er die Diskussion über die Möglichkeiten zur Schaffung eines grünen STRING-Korridors mit seinem Vortrag eröffnete. Seine Pointe: Soll es eine grünere Entwicklung im Korridor geben, müsse man den Blickrichtung zu einer Wende hin ändern - und zugleich altvordere ökonomische Begriffe ausklammern.

Denn grün bedeute nicht nur die Vermeidung von Umweltbelastungen, sondern auch die Stärkung der Umwelt. Wachstum dagegen bedeute zunächt nur Steigerung von Wirtschaftsleistung und - wirtschaftlichen und sozialen - Wohlstand.

Beides auf einmal aber gehe nicht, so Andersson. Seine Aufforderung: Wenn man eine grüne Wende wolle, müsse man neue Prioriteten setzen, weitere Akteure in den grünen Wendeprozess einbinden und: Querdenken.

 

Bezug zur STRING-Strategie 2040

Professor Jörg Knieling, Leiter des Fachgebiets Stadtplanung und Regionalentwicklung  an der HafenCity Universität Hamburg, ging in seinem Vortrag auf den Begriff Grünes Wachstum bezüglich der STRING-Strategie 2040 ein und versuchte einen Zusammenhang mit dem Ziel Nachhaltigkeit zu etablieren.

Für ihn baut traditionelles grünes Wachstum zunächst ausschliesslich auf Effektivisierung. Wolle man nachhaltiges Wachstum, gehöre mehr dazu: Hinlänglichkeit und dadurch weniger Verbrauch von Naturressourcen,  eine Art von Subsistenzwirtschaft im Sinne einer weitgehend lokalen und regionalen Selbstversorgung, sowie neues soziales Lernen und "bootom-up-Initiativen" als Pioniere und Vordenker.

Nachhaltigkeit in der Regionsentwicklung sei ein Game Changer. Die Herausforderung: Keiner wisse, was uns die Entwicklung in 30 oder 50 Jahren bringen wird. Daher sei es wichtig, sich schon heute für Nischen-Innovationen zu interessieren - und zugleich Nachhaltigkeit durch zirkuläre Wirtschaft und einemValue Change Management(Wertänderungsmanagement) zu erreichen. Die Vision, so Knieling, sei eine zirkulære und regenerative Entwicklung - nicht nur im STRING-Korridor.

Hat STRING als Organisation eine Chance - und den Willen - sich dem zu öffnen? Die Herausforderung sei, so beide Professoren, STRING dahin zu bringen, wo neue Gedanken entstehen - und die Urheber zugleich als Partner zu akzeptieren.

 

Fallbeispiele grüner Projekte

Niels Hoe, Mitbegründer der Kopenhagener  HOE360 Consulting, sprach im Anschluss über den Prozess, der Kopenhagen zur führenden Fahrradstadt Europas gemacht hat. Und wie das Fahrrad Teil eines Nahverkehrs-Gesamtkonzeptes der Stadt geworden ist.

Claes Kanold, Mobility Services, Ruters A/S  berichtete über einen Vorstoss der norwegischen Verkehrsbetriebe Ruters A/S, um Kindern und deren Eltern den kollektiven Transport mit abrufbaren Bussen von der Schule zu Freizeitaktivitäten schmackhaft zu machen. Was zu einem markanten Fall der Anzahl von Fahrten in privaten Autos geführt hat.

Tobias Åbonde, Geschäftsführer der BRING Express Schweden, sprach über  das Projekt "Geliebte Stadt" in Stockholm, in der eine kombinierte  und zentralisierte Paketdistribution zugleich für den Abtransport von Trockenabfall sorgt - und damit die innerstädtische Umwelt entlastet.

Und Thomas Jacobs vom Hamburger Senatskanzlei berichtete über internationale, von der EU geförderte Projekte, in der zirkuläre Wirtschaft im lokalen Rahmen auf verschiedenen Gebieten erprobt wird.

 

Lessons learned?

In der anschliessenden Podiumsdiskussion debattierten Jörg Knieling mit Mätta Ivarsson, stellvertretende Regionsvorsitzende, Region Skåne (Miljöpartiet) , Henrik Gudmundsson, Seniorberater der CONCITO in Dänemark und Nina Vogel, Programmkoordinatorin an der Schwedischen Hochschule für Agrikultur, Zukunftsplattform Urban Futures, über die gelernten Lektionen der Veranstaltung - und was getan werden kann und muss, um die STRING-Region nachhaltig weiterzubringen.

Die Liste an dr Tafel war lang. Eine der wichtigsten Punkte:  Die ader BRING Express Schweden, span: Co-co-co. Kooperieren.  erprobt wird.vit cht nur im STRING-Korridor.bdeligt - men om tunnel oBürger mitnehmen. Und Co-Co-Co, kooperieren.