Schwedische und norwegische Unterstützung trotz weiterer Verzögerung

Als neue STRING-Partnerin hat die Kreisbürgermeisterin des norwegischen Kreises Akershus Anette Solli die schon seit langem bestehende Bedeutung der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) für Südnorwegen betont:

"Für uns ist es wichtig, den gesamten nördlichen Teil des ScanMed-Korridors als einen zusammenhängenden Raum zu betrachten, in dem eine verbesserte Infrastruktur die Voraussetzung für Wachstum und Entwicklung ist. Der Fehmarnbelt-Tunnel beseitigt natürlich einen kritischen Flaschenhals in einer hochprioritierten Verkehrsachse - und er ist somit auch eine natürliche Priorität für uns im Kreis Akershus."

 

Schwedische STRING-Unterstützung

Auch in Schweden sind die politischen Partner von STRING, die Region Skåne, die Stadt Malmö, die Regionen Halland und Västra Götaland dafür, den Engpass zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa durch den Bau der FFBQ zu beseitigen. Die Grundlage ist die Überzeugung, dass die schwedischen Unternehmen enorm von dem Tunnel profitieren werden.

Magnus Berntsson, Vorsitzender des Regionalrates in Västra Götaland, ist sich der Vorteile für Südschweden bewusst:

"Schweden ist einer der großen Gewinner der FFBQ: Als Land profitieren wir von den Vorteilen des Tunnels, aber kommten um Kosten und Bauphase herum. Deutschland ist Schwedens größter Exportmarkt und mit einer Festen Querung über den Fehmarnbelt wird der Transport zwischen Schweden, Dänemark und Deutschland umweltfreundlicher und effizienter."

Ein Großteil der Gewinne für den Schienengüterverkehr geht an Schweden, da 90% des Güterverkehrs auf der Schiene im Transit durch Dänemark von und nach Schweden abläuft. 

 

Schwedische Unternehmen melden sich zu Wort

Schwedische Unternehmen haben schon seit langem ihrer Unterstützung für die FFBQ Ausdruck verliehen. Vor Kurzem hat der stellvertretende Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Südschweden, Per Tryding, in einer grossen dänischen Tageszeitung lautstark folgendes Statement abgegeben:

"Die Errichtung des Tunnels wird radikal verbesserte Verbindungen bedeuten. Die Gewinne aus der Nutzung kommen der Öffentlichkeit zugute und nicht den Interessen privater Unternehmen."

"In der Wirtschaft ist die Unterstützung für die FFBQ einzigartig und stark - wir haben unter unseren Unternehmen kein einziges ausmachen können, das gegen die Verbindung ist, weder in den nordischen Ländern, noch in Deutschland", so Per Tryding.

 

Die nächsten Schritte zur Baugenehmigung

Dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Bernd Buchholz zufolge ist die Verspätung mit weiteren drei bis vier Monaten darauf zurückzuführen, dass die Genehmigungsbehörde den Planfeststellungsbeschluss mit grösster Gründlichkeit vorbereiten werde, damit dieser vor dem  Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Bestand habe. Denn die Gegner der FFBQ wollen unter allen Umständen dort gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage erheben.

Weitere Verzögerungen werden nicht erwartet - und die Unterstützung für die FFBQ auf nationaler Ebene ist einstimmig: Sowohl Kanzlerin Merkel und Premierminister Løkke Rasmussen hatten bei ihrem Treffen Anfang April in Berlin gleichzeitig ihre starke Unterstützung für das Projekt bestätigt.

Auch von Schleswig-Holstein kommen klare Signale: Der erste Spatenstich zur Fehmarn- Verbindung soll 2020 erfolgen. Das garantiert Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in einem Interview mit dem Fernsehsender DK4. Er habe "überhaupt keine Zweifel daran, dass die Verbindung kommt", sagte der Regierungschef in der Fernsehsendung "Dansk-tysk med Matlok". "Die Landesregierung wird alles tun, damit das Projekt so schnell wie möglich fertig wird. Wir müssen allerdings in Dänemark dafür werben, dass wir in Deutschland ein anderes Planungsrecht haben."