Feste Fehmarnbeltquerung 2018: Auf einem guten Weg
Obwohl noch immer kein Planfeststellungsbeschluss für den Fehmarnbelt-Tunnel ergangen ist, macht das Gesamtprojekt beiderseits des Fehmarnbelts Fortschritte.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Horst Buchholz (FDP) macht ernst: Die Planfeststellungsbehörde, früher beim LBV-SH / Landesbetrieb Strassenbau und Verkehr Schleswig-Holsteinangesiedelt, ist kurz vor Jahreswechsel alsAPV / Amt für Planfeststellung und Verkehrdirekt beim Ministerium angedockt worden. Dies soll dazu beitragen, das erklärte Ziel des Ministers schneller umzusetzen: Ein Planfeststellungsbeschluss für den Fehmarnbelt-Tunnel noch im Sommer 2018.

Die Tunnelgegner ihrerseits haben allerdings schon angekündigt, dass sie einen Planfeststellungsbeschluss beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig anfechten werden. Erfahrungsgemäss dauert ein Verfahren bis zur Urteilsfindung etwa zwei Jahre.

Bauherr Femern A/S hatte schon 2016 die bedingten Bauverträge mit den Baukonsortien unterschrieben. Allein aus diesem Grund verfolgen Femern A/S  und seine Partner das Genehmigungsverfahren mit grosser Aufmerksamkeit. Gleichzeitig sind die Partner dabei, die technischen Vorraussetzungen für den Tunnelbau festzulegen.

 

Aktivitäten im Hinterland

Inzwischen aber sind die Planungen und der Bau der Hinterlandanlagen im Gange. In Deutschland soll die B 207 zwischen dem Ende der A1 bei Heiligenhafen und zum Tunnel in Puttgarden zu einer vierspurigen Autobahn ausgebaut werden. Einen Planfeststellungsbeschluss gibt es schon seit August 2015. Allerdings wird dieser von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig beklagt. Da die Planungsgesellschaft LBV-SH nachfolgend noch ein Planänderungsverfahren vorgenommen hat, das in das Verfahren eingebracht werden soll, ist nicht geklärt, ob dieses noch im laufenden Jahr eingeleitet werden wird.

Auch die Planung der Bahnstrecke zwischen Bad Schwartau und dem Fehmarnbelt-Tunnel in Puttgarden ist im Gange. Diese soll aus einem Ausbau der Bestandstrecke sowie aus einer neuen Trasse entlang der A1 bestehen. Aktuell bereitet die DB Netze die Planung für die acht Planfeststellungsabschnitte der Strecke vor. Allerdings hat sich der Prozess schon jetzt um etwa vier Monate verzögert. Denn die DB Netze muss jetzt neueste kommunale Pläne zum übergesetzlichen Lärmschutz in ihre Planungen mit einbeziehen. DB Netze geht davon aus, dass der eigentliche Planfeststellungsprozess im März 2018 beginnen wird.

 

Flaschenhals Fehmarnsundbrücke

Allerdings birgt der Flaschenhals Fehmarnsundbrücke Tücken in sich. Schon 2010 hatte es sich gezeigt, dass die denkmalgeschützte Brücke sanierungsbedürftig ist. Später wurde es deutlich, dass die Brücke einer erhöhten Belastung durch mehr Züge und zunehmenden Verkehrsaufkommen auf der Strasse durch die feste Fehmarnbeltquerung kaum standhalten könne. Im Augenblick werden erste Sanierungsarbeiten an der Brücke vorgenommen. Wenn vermutlich im Laufe des Sommers 2018 endgültige Klarheit über den Zustand der Brücke und ihrer zu erwartenden Lebensdauer geschaffen worden ist, sollen die Erkenntnisse in die weitere Planung einer neuen Fehmarnsundquerung mit einfliessen.

Die ursprüngliche Fehmarnsundbrücke soll als Teil der Lösungen mit eingebracht werden. Eine Entscheidung für eine Querung wird bis Ende 2018 erwartet.


Dänemark har die Nase von - aber…

Den Plänen zufolge soll die neue Schnellbahn zwischen Kopenhagen und Ringsted im Mai 2019 eröffnet werden. Dänische Fachmedien berichten jedoch von einer Reihe von Problemen mit der Einführung eines neuen Signalsystems. Die Dänischen Staatsbahnen haben bisher zudem noch kein neues Zugmaterial geordert, das die Strecke optimal ausnutzen könnte.

Die Modernisierung der Ringsted-Fehmarn-Bahn umfasst BaneDanmark zufolge den zweigleisigen Ausbau für Geschwindigkeiten bis zu 250 km/t und die Etablierung eines neuen Signalsystems bis 2021. Die neue Storstrømsbrücke, über die die Strecke verläuft, wird zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fertiggestellt sein. Dem staatlichen Strassenbauamt Vejdirektoratet zufolge rechnet man mit einer Inbetriebnahme bis 2024. Bis dahin soll auch die gesamte Strecke elektrifiziert sein.

Der Ausbau der Reststrecke zwischen Nykøbing F. und Holeby/Fehmarnbeltttunnel wird dem Verlauf der Bauarbeiten zum Fehmarnbelttunnel angepasst. Einen festen Zeitplan gibt es dafür noch nicht.

 

Wolken über der Storstrømsbrücke

Der geplante Bau der neuen Storstrømsbrücke mit einem Gesamtvolumen von 2,1 mia. Kronen (ca. 300 mio €) war allerdings Anfangs auf Schwierigkeiten gestossen. Zwei der drei Unternehmen des italienischen Baukonsortiums, das die Ausschreibung für sich entscheiden konnte, sind in vor einem italienischen Gericht der Korruption angeklagt. Ein anderes der drei Unternehmen, Condotte, ist mitten in einem Rekonstruktionsprozess. Die dänische Staatsanwaltschaft hat sich in den Fall eingeschaltet, hatte aber Anfang Januar zunächst mitgeteilt, dass der Fall die dänische Regierung noch nicht dazu berechtige, den Auftrag an einen der anderen Bieter zu vergeben.

Allerdings wurde die Unterzeichnung des Bauvertrages zunächst verschoben.

Die parlamentarische Mehrheit zum Bau der neuen Storstrømsbrücke hat nun grünes Licht dafür gegeben, dass die dänische Straßenbaudirektion doch den Vertrag mit dem italienischen Baukonsortium unterzeichnen kann. Das dem Konsortium bisher zugehörige Unternehmen Condotte wird jedoch aus dem Vertrag herausgenommen, teilte das dänische Transportministerium heute (31. Januar) mit.

Da das Baukonsortium zum Fristablauf heute Mittwoch, dem 31. 1.2018, 12 Uhr, nicht in der Lage war, mitzuteilen, dass auch Condotte den Bauvertrag mit unterzeichnen könne, werde das Unternehmen aus dem Vertrag ausgeschlossen. Die Strassenbaudirektion wird somit einen Vertrag mit den zwei übrigen Unternehmen eingehen, so die Mitteilung des Transportministeriums.

 

Scandlines vor dem Verkauf?

Anhaltende Spekulationen in britischen, deutschen und dänischen Medien sprechen von einem baldigen Verkauf der Reederei Scandlines durch ihren Eigner, dem britischen Kapitalfond 3i.  Scandlines bedient heute die Überfahrten über den Fehmarnbelt zwischen Rødby und Puttgarden, sowie die Route Gedser-Rostock. Eine Reederei-Sprecherin bestätigte, dass 3i die Reederei prinzipiell schon länger zum Verkauf freigegeben habe. Britische Medien vermelden, dass 3i das britische Bankhaus Rothschild damit beauftragt haben soll, sowohl einen Käufer ausfindig zu machen, als auch den gesamten Verkaufsvorgang zu managen. 

Der geplante Bau der neuen Storstrømsbrücke mit einem Gesamtvolumen von 2,1 mia. Kronen (ca. 300 mio €) war allerdings Anfangs auf Schwierigkeiten gestossen. Zwei der drei Unternehmen des italienischen Baukonsortiums, das die Ausschreibung für sich entscheiden konnte, sind in vor einem italienischen Gericht der Korruption angeklagt. Ein anderes der drei Unternehmen, Condotte, ist mitten in einem Rekonstruktionsprozess. Die dänische Staatsanwaltschaft hat sich in den Fall eingeschaltet, hatte aber Anfang Januar zunächst mitgeteilt, dass der Fall die dänische Regierung noch nicht dazu berechtige, den Auftrag an einen der anderen Bieter zu vergeben.

 

Allerdings wurde die Unterzeichnung des Bauvertrages zunächst verschoben.

Die parlamentarische Mehrheit zum Bau der neuen Storstrømsbrücke hat nun grünes Licht dafür gegeben, dass die dänische Straßenbaudirektion doch den Vertrag mit dem italienischen Baukonsortium unterzeichnen kann. Das dem Konsortium bisher zugehörige Unternehmen Condotte wird jedoch aus dem Vertrag herausgenommen, teilte das dänische Transportministerium heute (31. Januar) mit.

Da das Baukonsortium zum Fristablauf heute Mittwoch, dem 31. 1.2018, 12 Uhr, nicht in der Lage war, mitzuteilen, dass auch Condotte den Bauvertrag mit unterzeichnen könne, werde das Unternehmen aus dem Vertrag ausgeschlossen. Die Strassenbaudirektion wird somit einen Vertrag mit den zwei übrigen Unternehmen eingehen, so die Mitteilung des  Transportministeriums.