Bau der festen Fehmarnbeltquerung: EU lobt Fest bei Fehmarnbelt Days 2020 als „fantastische Idee“

18/11/2019

Die Europäische Union steht entschlossen hinter dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels. „In der Makroregion Hamburg-Kopenhagen hat dieses Projekt ein sehr großes Potenzial für die Wirtschaft. Und es wird zum Klimaschutz beitragen“, betonte Pat Cox, Koordinator der EU-Kommission für die TEN-Trasse Skandinavien-Mittelmeer und ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments.

Cox ist nach Schleswig-Holstein gekommen, um sich über den Stand der Diskussion und laufende Aktivitäten zum Projekt in der Region zu erkundigen. In der IHK zu Lübeck sprach er mit IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, Dr. Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, sowie Vertretern der Lübecker Wirtschaft.

Auch die Landesregierung erwartet positive Effekte für Wirtschaft und Wissenschaft und damit für alle Einwohner in und zwischen den Metropolen an Elbe und Öresund. „Unser Ziel ist es, das Projekt voranzutreiben und zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Bis Ende des kommenden Jahres erwarten wir das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zu den Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss für das Tunnelbauwerk“, sagte der Staatssekretär. Das Land werde sich vor allem beim Thema Lärmschutz weiter für die Belange der Anwohner entlang der Bahntrasse einsetzen. Wichtig sei es, dass die Region zur Erlangung eines übergesetzlichen Lärmschutzes einheitlich auftrete. Auch seien die Chancen des Projektes für die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene in Zukunft deutlicher zu betonen.

Dem schloss sich Pat Cox an. Für den ebenfalls auf dem Korridor liegenden Brennerbasistunnel gebe es eine höhere Akzeptanz, seitdem die Akteure die Kommunikation verändert und so mehr Begeisterung für das Projekt erzeugt hätten. Das sei durch Betonung der Ingenieursleistung und auch durch Familientage mit bis zu 10.000 Teilnehmern geschehen, so Cox. „Die Idee eines öffentlichen Festivals bei den Fehmarnbelt Days 2020 ist daher fantastisch“, lobte er. „Geben Sie den Menschen Einblicke, die sich für das Projekt interessieren. Es gibt mehr Menschen, die etwas über das Projekt erfahren wollen als Gegner“, betonte Cox. Erstmalig laden die Veranstalter die Öffentlichkeit zu einem eintägigen Fest während der Fehmarnbelt Days am 17. und 18. Mai 2020 in den Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand ein, um das Gemeinschaftsgefühl in der zusammenwachsenden deutsch-dänischen Region zu fördern.

Die Vertreter der Hafenwirtschaft hatten im Gespräch mit dem Gast aus Brüssel herausgestellt, wie wichtig die Anbindung des Lübecker Hafens an das Eisenbahn- und Straßennetz ist. Jörg Ullrich, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Verkehr und Infrastruktur, befürchtet Engpässe im Großraum Lübeck, sobald die Fehmarnbelt-Route zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führe. Er betonte darum die Bedeutung einer Ostumfahrung Hamburgs. Dies sei mit dem Ausbau der A21 von Bargteheide bis nach Niedersachsen möglich. Auch die Ertüchtigung der Schienenverbindung Lübeck–Bad Kleinen(-Schwerin) und der Bau der Hamburger S-Bahn-Linie S 4 zwischen Hamburg und Ahrensburg gehörten in diesen Zusammenhang. Pat Cox unterstrich, die Fehmarnbeltquerung sei zwar nicht die Antwort auf alles, vielmehr komme es auch auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region für die weitere Entwicklung an.
Lars Schöning dankte Pat Cox für seine regelmäßigen Besuche in der Region und die damit verbundene Möglichkeit, den Dialog mit EU-Vertretern zu führen. „Die Unterstützung aus Brüssel ist für uns von großer Bedeutung. Noch vor dem Baubeginn haben wir im kommenden Jahr drei wichtige Termine zum Thema Fehmarnbelt-Tunnel: die Femern Link Business Konferenz, die Fehmarnbelt Days und die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Klagen gegen das Projekt. Wir werden weiterhin die Chancen für Wachstum, Wohlstand und Wertschöpfung herausstellen“, sagte der Hauptgeschäftsführer.

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