Die nordeuropäische STRING-Megaregion für eine innovative und nachhaltige Wirtschaft

11/06/2021

Megaregionen sind auf dem Vormarsch. Sie bieten einen robusten Rahmen für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung nach COVID-19 und ermöglichen nachhaltiges Wachstum. Dies wird von der OECD in einem neuen Report über die nordeuropäische STRING-Megaregion dargelegt, welche sich von Hamburg im Süden bis nach Oslo im Norden erstreckt.

Laut des OECD-Reports, welcher bei einer digitalen Veranstaltung am 11. Juni in Malmö veröffentlicht wird, hat die STRING-Megaregion großes Potential, zu einer führenden Megaregion zu werden, welche international als Green Hub anerkannt wird. Zusammen mit hochrangigen Politkern aus Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen – hierunter dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther, dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven und dem dänischen Minister für Klima, Energie und Versorgung Dan Jørgensen – werden wir diskutieren, wie wir zukünftig stärker über Ländergrenzen und politische Systeme hinweg zusammenarbeiten können, um eine nachhaltige Wirtschaft nach der COVID-19 Pandemie zu etablieren.

COVID-19 macht nicht an nationalen Grenzen halt und hat uns die Notwendigkeit für einen gemeinsamen, regionalen Handlungsplan zur Überwindung der Pandemie aufgezeigt. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben Megaregionen alle Voraussetzungen, um Menschen, Städte und Regionen über nationale Grenzen hinweg zu verbinden, und verfügen über eine konkurrenzfähige Größe, um die Pandemie zu bewältigen.

„Die Megaregion bietet ebenfalls starke Lösungsansätze für andere drängende Themen wie Urbanisierung und die Reduzierung von CO2-Emissionen“, sagt der stellvertretende Generalsekretär der OECD, Ulrik Vestergaard.

“Kooperation über lokale und nationale Grenzen hinweg ist essenziell, um eine Reihe von Herausforderungen zu bestehen. Diese umfassen u.a. die Einigung auf Klimaziele zur Reduzierung von CO2-Emissionen, die Gestaltung nachhaltiger Transportinfrastruktur (z.B. effizientere Züge und Wasserstoff-Lkw) und die Schaffung eines attraktiven Marktes für hochqualifizierte Arbeitskräfte, innovative Unternehmen und grüne Lösungen“, führt Ulrik Vestergaard von der OECD weiter aus und fügt hinzu:

„Wirtschaftlichen Ballungsräume bieten gute Voraussetzungen, um eine Region für Menschen, Unternehmer und Investoren attraktiv zu machen und so eine kritische Masse zu erreichen. Aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien und internationaler Wettbewerb erfordern eine agile Governance-Struktur, die in der Lage ist, traditionelle Regierungsformen und Geographien zu überwinden. Dies macht die Planung auf der Ebene der Megaregion noch wichtiger.“

Die OECD hat die STRING-Megaregion zwischen Hamburg und Oslo als Region mit besonders starken Kompetenzen im Green Tech-Sektor identifiziert. Die Megaregion hat 14 Millionen Einwohner sowie einige der weltweit innovativsten Firmen für die Entwicklung und den Export von nachhaltigen Technologien. 13 Städte und Regionen haben sich in der Organisation STRING zusammengeschlossen, um Kooperationen zu stärken und vereint an der Implementierung nachhaltiger Initiativen und gemeinsamer Politik für Infrastruktur und grüne Investitionen in Nordeuropa über nationale, regionale und lokale Grenzen hinweg zu arbeiten.

„Regierungen müssen in größeren Bahnen denken und über die eigenen, nationalen Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Aufbauend auf unserer grünen Expertise und unserer hohen Lebensqualität empfiehlt die OECD der STRING Megaregion, aktuelle Möglichkeiten wie den Bau des Fehmarnbelt Tunnels zwischen Norddeutschland und Ostdänemark aktiv zu nutzen, um das volle Potential von ökonomischen
Ballungsräumen auszuschöpfen und sich als nachhaltige Megaregion zu etablieren. Einfach ausgedrückt sind wir alleine zu klein, um auf dem internationalen Markt etwas verändern zu können. Vier Länder die gemeinsam an einem Strang ziehen, das ist eine Triebkraft, die Einfluss hat“, sagt Thomas Becker, geschäftsführender Direktor von STRING.

Allerdings drängt die Zeit, was auch im heute veröffentlichten Report der OECD unterstrichen wird. Um STRINGs grüne Vision und die Gestaltung eines zukunftssicheren Wirtschaftsmodells voranzubringen, wird es entscheidend sein, sich die politische Dynamik des kommenden Jahrzehnts zu Nutze zu machen. Ein Beispiel hierfür ist die Nutzung der öffentlichen Finanzierungspakete auf nationaler und EU-Ebene für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung nach COVID-19.

„Wir müssen jetzt handeln, wenn wir die EU-Klimaziele mit einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 55% bis 2030 und der Emissionen im Transportsektor um 60% bis 2050 erreichen wollen. Um die Megaregion zu stärken, müssen die Regionen und Städte in STRING daher ihre Möglichkeiten im Bereich nachhaltiger Infrastruktur voll ausschöpfen und die Entwicklung von Expertise für grüne Lösungen weiter vorantreiben. Wir haben dafür den politischen Dialog auf eine höhere Ebene gebracht und einen handlungsorientierten, politischen Report von der OECD angefordert. Das Papier ist das Resultat eines einjährigen, politischen Dialogs mit diversen Interessenvertretern und enthält 23 konkrete, politische Empfehlungen für lokale, regionale und nationale Regierungen zur Schaffung einer innovativen Megaregion zwischen Oslo und Hamburg“, sagt Thomas Becker.

STRINGs 13 Mitgliedsregionen und -städte arbeiten jetzt an der Implementierung zahlreicher Empfehlungen wie beispielsweise die Nutzung von Wasserstoff im Schwerlastverkehr, die Stärkung grenzübergreifender Transportplanung, die Weiterentwicklung grüner Unternehmen und die Etablierung innovativer Infrastruktur und Technologie, um neue Unternehmen anzuziehen. Als eine der zentralen Initiativen bringen wir die vier nationalen Regierungen in STRING zusammen, um eine vereinte nordeuropäische Identität und eine gemeinsame Marke durch die Koordinierung von nationalen und regionalen Initiativen zu schaffen. Ziel der Initiative ist, dass man durch eine Investition in einem Teil der Region gleichzeitig auch Zugang zu den Kompetenzen im Rest der Megaregion bekommt – eine Art Paketlösung für grüne Investitionen in Nordeuropa.

„Um die Etablierung einer nordeuropäischen Megaregion für eine grüne und bessere Zukunft sicherzustellen, brauchen wir jedoch eine breite Unterstützung und Implementierung der politischen Empfehlungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Megaregionen haben eine reale Stärke, um die globale Wirtschaft zu befeuern. Gemeinsames Wirtschaftswachstum und Wohlstand in der gesamten Megaregion sind auch essentiell für die vier Staaten als Ganzes. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie sollte Politiker erkennen lassen, dass wir über nationale Grenzen hinweg zusammenarbeiten müssen. Die Megaregion kann hier eine neue Plattform sein, auf welcher wir den Wiederaufschwung der Wirtschaft, neue Mobilitätssysteme und Siedlungsmuster aufbauen können, um die Gefahr von zukünftigen Pandemien und Klimabedrohungen zu verringern”, führt Thomas Becker aus.

Über STRING: STRING ist ein geografisches Gebiet und eine politische Mitgliedsorganisation in Nordeuropa. Wir verbinden Städte und Regionen, um effektiv zusammenzuarbeiten, Wissen zu teilen und integrierte Strategien zu implementieren, die zur Realisierung des 11. Ziels für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen: „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ beitragen. STRING repräsentiert einige der weltweit innovativsten Städte und Regionen und hat die einzigartige Chance, den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu ebnen. Unsere gemeinsame Vision – wie in unserer 2030 Strategie beschrieben – ist die Schaffung einer Megaregion mit einer kritischen Masse. Einfach ausgedrückt sind wir gemeinsam stärker. Um dies zu erreichen, streben wir an, ein global anerkannter Green Hub und eine führende Region für die Implementierung nachhaltiger Infrastruktur zu sein, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Lebensqualität unserer Bürger zu verbessern.

Kontakt:

Wenn Sie Fragen bezüglich der Pressemitteilung haben oder weiteres Bildmaterial benötigen, können Sie sich jederzeit gerne bei Communications Manager Sunniva Ottersen Bærug melden. Telefon: +45 25 87 01 08, E-Mail: sunb@stringnetwork.org

Wenn Sie Fragen zur STRING-OECD Kooperation haben, können Sie sich gerne bei STRINGs Managing Director, Thomas Becker, melden. Telefon: +45 29617010, E-Mail: thbec@stringnetwork.org

Für Fragen zum OECD-Report wenden Sie sich gerne an Soo-Jin Kim, Leiterin der Abteilung «Urban Policies and Reviews» bei der OECD. E-Mail: soo-jin.kim@oecd.org

Link zum Bericht: https://www.oecd-ilibrary.org/urban-rural-and-regional-development/building-the-string-megaregion-as-a-green-hub-in-the-wake-of-covid-19_40c840c3-en